Welche Antihaftbeschichtung ist die richtige für mich?

 

Es gibt eine nahezu unüberschaubare Vielzahl an Antihaftbeschichtungen auf dem Markt. Die fantasievollen Bezeichnungen der Hersteller machen die Sache nicht leichter und geben zudem nur unzureichend Auskunft darüber, ob die Beschichtung den eigenen Ansprüchen genügt.

Wir wollen Ihnen an dieser Stelle einige Tipps zur Auswahl des passenden Antihaftproduktes geben.

Zunächst sollten Sie grundlegend klären, ob Sie sich für ein Kochgeschirr mit klassischer Antihaftbeschichtung oder für eines mit keramischer Beschichtung entscheiden wollen.


 

Klassische Antihaftbeschichtung

Klassische Antihaftversiegelungen basieren auf Fluorpolymertechnologie. Fluorpolymere, wie z.B. Polytetrafluoretylen (PTFE), sind extrem reibungsarme, hitzebeständige Kunststoffe und haben sich seit Jahrzehnten als wirksame und langlebige Antihaftkomponente für Kochgeschirre bewährt.

 

Die größten Vorteile von klassischen Antihaftbeschichtungen sind

  • beste Antihafteigenschaften

  • sehr langlebige Antihaftwirkung

 

Klassische Antihaftbeschichtungen werden in verschiedenen Qualitäten angeboten, die sich hauptsächlich hinsichtlich ihrer Widerstandskraft unterscheiden. Höherwertige Antihaftbeschichtungen sind mehrlagig aufgebaut. Besonders robuste Beschichtungen verfügen zusätzlich über verstärkte Grundierungen / Zwischenschichten, in die mineralische oder metallische Partikel eingelagert sind, wodurch eine erhöhte Abriebbeständigkeit und Kratzfestigkeit erreicht wird. Diese robusten Beschichtungen haben oft eine etwas raue Oberfläche.

 

Verwechslungsgefahr!

Manche Antihaftbeschichtungen auf Fluorpolymerbasis sind mit keramischen Partikeln verstärkt. Dennoch haben diese keramisch verstärkten Antihaftbeschichtungen absolut nichts mit den weiter unten beschriebenen Keramikbeschichtungen zu tun. Leider verwechselt unserer Beobachtung nach auch so mancher nicht sonderlich fachkundige Händler diese beiden Beschichtungsarten…..

 

Beschichtung aus Stein?

Verwirrung gibt es mitunter auch bei Antihaftbeschichtungen im Stein-Look. Manchmal liest man bei Händlern, die es nicht ganz so genau nehmen, von „Granitbeschichtung“ oder „Steinbeschichtung“. Das ist Blödsinn. Es gibt Antihaftbeschichtungen, die zwar wie Stein aussehen und vielleicht sogar „Gesteinspartikel“ zur Verstärkung enthalten, aber es sind am Ende eben doch klassische Antihaftbeschichtungen auf PTFE-Basis.
 

Olivenölbeschichtung?

Auch eine „Olivenölbeschichtung“ gibt es. Doch besteht diese laut Auskunft des Herstellers ebenso zu 96% aus PTFE, ist also im Kern eine klassische Antihaftbeschichtung.
 

PFOA

Fast ausnahmslos alle auf dem Markt befindlichen Antihaftbeschichtungen kommen heute ohne das früher gebräuchliche Tensid PFOA aus. Im Endprodukt hat PFOA zwar ohnehin nie eine gesundheitliche Rolle gespielt, da es sich im Aushärteprozess der Beschichtung abbaute. Aber als umweltbelastender Faktor in der Produktion war es ein Thema.


Welche Antihaftbeschichtung soll es also sein?

Die Vielzahl der Beschichtungsnamen macht es wie gesagt schwierig, die Übersicht zu behalten. Allerdings sollte man wissen, dass fast alle Antihaftbeschichtungen, die von namhaften Kochgeschirrherstellern verwendet werden, von einem der 4 weltweit großen Zulieferer für Antihaftbeschichtungen stammen und es sich damit immer um ausführlich erprobte Beschichtungssysteme handelt.

Insofern ist es zur Orientierung sinnvoll, eher innerhalb des Produktangebotes eines Herstellers zu schauen: Günstige Einstiegsmodelle verfügen i.d.R. auch über einfachere Antihaftbeschichtungen, während teurere Modelle i.d.R. verstärkte, langlebigere Beschichtungen besitzen:

Falls Sie also Wert auf eine besonders robuste Antihaftbeschichtung legen, dürfen Sie diese zumeist nicht im günstigsten Kochgeschirr des Herstellers erwarten.

 

Hier einige Produktbeispiele aus dem Angebot der Marke BEKA mit verschiedenen Antihaftbeschichtungen:

BEKA Bratpfanne PRO INDUC 28 cm (nicht länger in unserem Angebot)

KITCHEN FUN Bratpfanne TWIST 28 cm (eine Untermarke von BEKA)

BEKA Bratpfanne CHEF 28 cm

BEKA Bratpfanne TITAN 28 cm

 

Unabhängig davon lässt sich auch die beste Antihaftbeschichtung durch falsche Nutzung (Überhitzung, verwendung metallischer Küchenhelfer) in kurzer Zeit ruinieren.

 


Keramikbeschichtungen

 

Vorübergehend hatten keramische Beschichtungen / Keramikbeschichtungen einen großen Marktanteil verbuchen können. Keramikbeschichtungen weisen einen hohen Härtegrad und eine große Temperaturbeständigkeit auf. Zudem verfügt die meist recht glatte Oberfläche über eine Art Lotus-Effekt, wodurch Pfannen, Töpfe und Bräter mit Keramikbeschichtung sehr leicht zu reinigen sind und Speisen kaum anhaften.

Da Keramikbeschichtungen nicht auf Fluorpolymertechnologie beruhen und daher natürlich PTFE-frei sind, fühlen sich umweltsensible Kunden von Keramikbeschichtungen besonders oft angesprochen, weil sie fürchten, dass von den herkömmlichen PTFE-basierten Antihaftbeschichtungen Schaden ausgehen könnte.

Die größten Vorteile von Keramikbeschcihtungen sind
 

  • hoher Härtegrad

  • große Temperaturbeständigkeit

  • leicht zu reinigen


Besonders ins Auge fallen helle Keramikbeschichtungen, die sehr weit verbreitet sind und schon rein optisch einen Reiz ausüben. Doch auch graue und schwarze Keramikbeschichtungen oder solche im Stein-Look finden Anwendung und haben in Bezug auf typische Alterungsmerkmale der Oberfläche (Nachdunkeln, Mikrokratzer) gewisse augenscheinliche Vorzüge.

Die Wahrheit ist, dass Keramikbeschichtungen für eine möglichst lange Nutzungsdauer genauso viel Aufmerksamkeit seitens der Köchin/des Kochs benötigen, wie eine klassische Antihaftbeschichtung. Lassen Sie sich bitte insbesondere nicht von den hohen und teils ausdrücklich beworbenen Hitzebeständigkeiten von Keramikbeschichtungen irritieren: Die oft versprochenen 400°C sind schon locker 100°C über dem Punkt der Selbstentzündung der meisten Speiseöle. Von daher sind diese Angaben eher theoretischer Natur. Dafür leidet schon bei geringerer Überhitzung ganz schnell die Antihaftwirkung von Keramikbeschichtungen, was man der Beschichtung nicht gleich ansieht, es aber beim Braten merkt.

 

Vom Trend- zum Nischenprodukt

In den letzten Jahren ist der Markt für Keramikbeschichtungen stark geschrumpft, weil sich die damit verbundenen Hoffnungen nicht erfüllt haben. Mit neuen, verbesserten Keramikbeschichtungen versuchen die Beschichtungshersteller neue Impulse zu setzen und Kochgeschirrhersteller dafür zu interessieren, die in der Vergangenheit teils mit vergleichsweise hohen Reklamationsquoten bei keramisch beschichtetem Kochgeschirr zu kämpfen hatten. Es bleibt aktuell (2018) abzuwarten, ob Keramikbeschichtungen ein großes Comeback feiern.